Vereinsaktivitäten 2022

Veranstaltung 

Titel:
Festwochenende 40 Jahre Ilfracombe-Herxheim
Wann:
15.10.2022 - 16.10.2022
Wo:
Dorfgemeinschaftshaus Herxheimweyher -
Kategorie:
2022

Beschreibung

Vorankündigung

Festwochenende mit der Partnergemeinde Ilfracombe

am 15./16. Oktober 2022

40 Jahre Partnerschaft zwischen Herxheim und Ilfracombe        
Ceremony of the 40th anniversary of the twinning


Der Freundschaftskreis Herxheim-St. Apollinaire / Ilfracombe holt am 15./16. Oktober 2022 sein 40-jähriges Partnerschaftsjubiläum mit der englischen Gemeinde Ilfracombe nach.
Ein Grund zum Feiern, nicht nur in Bezug auf diese langjährige Städtepartnerschaft, sondern vor allem in Bezug auf die Freundschaften, die zwischen den Einwohnern entstanden sind.

Ein Besuchsprogramm wird noch erarbeitet, da weder die Aufenthaltsdauer der englischen Gäste noch deren Anzahl feststeht. Allerdings wurde bereits festgelegt, dass am Samstag, 15.10.2022 die Festveranstaltung mit geladenen Gästen und Gastgebern in der Mehrzweckhalle in Herxheimweyher stattfinden wird und am Sonntag, 16.10.2022 der traditionelle „Wein- und Käseabend“ des Freundschaftskreises in dieses Besuchswochenende integriert und den Mitgliedern somit eine Möglichkeit geboten wird, mit den englischen Gäste einen Abend zu verbringen (ebenfalls in der Mehrzweckhalle in Herxheimweyher).

Weitere Einzelheiten werden wir über unsere Homepage, unseren Email-Verteiler und das Amtsblatt bekanntgeben, sobald wir aus Ilfracombe nähere Informationen erhalten.

Falls eine größere Anzahl von Gästen anreisen sollte, suchen wir noch Gastgeber zur Unterbringung. Bitte melden Sie sich dazu bei unserer 2. Vorsitzenden, Frau Maria Kuntz, Tel 7221.


Für den Freundschaftskreis: Ariane Ball

 

Bericht der 1. Vorsitzenden, Frau Ariane Ball

Celebration of the 40th twinning anniversary between Herxheim and Ilfracombe

Begegnungswochenende zur Feier der 40jährigen Partnerschaft vom 14.-17.10.2022

Begegnungen, die vor über 40 Jahren mit einer Reihe von Schüleraustauschen begannen, in die viele Vereine aus beiden Städten involviert waren und die schließlich zur Beurkundung der Partnerschaft der beiden Städte führte – damals durch die Bürgermeister Elmar Weiller und Jeff Crowe – führten zu tiefen Freundschaften über Jahrzehnte hinweg.

Genauso erlebten alle Teilnehmer*innen – die Gäste aus Ilfracombe, die Gastgeber sowie der Vorstand des Freundschaftskreises – dieses schöne Wochenende. Ganz offensichtlich war die Freude des Wiedersehens, das innige Zusammensein, die Herzlichkeit, das Lachen und Singen während der gemeinsamen Stunden. Ein Band wurde geflochten, das die Jahrzehnte überdauerte.

Leider sehen wir weder in Herxheim noch in Ilfracombe besondere Anstrengungen seitens der Gemeinde oder einer neuen Generation in der Bevölkerung, dieser Partnerschaft „neues Leben einzuhauchen“.   

Insgesamt 19 Gäste verbrachten das Wochenende in Herxheim, drei Ehepaare machten sich mit dem Auto auf den langen Weg und 13 Gäste landeten am Freitagmittag gemeinsam mit einem Flug von London in Frankfurt, wo wir sie abholten. Nach der Ankunft in Herxheim lud Frau BM Hedi Braun zu einem Sektempfang in die Villa Wieser ein, um die Gäste offiziell zu begrüßen. Alle konnten sich in das ‚goldene Buch‘ der Stadt eintragen.

Am Samstag fuhren die Gäste mit ihren Gastgebern sowie dem Vorstand des Freundschafts-kreises nach Schweigen und Wissembourg. Viele wollten gern am grenzüberschreitenden Spaziergang teilnehmen, einige andere fuhren direkt nach Wissembourg und hatten dort eine kleine Stadtführung mit Alois Dümler. Die beiden Gruppen trafen sich in der großen, geschichtsträchtigen Kirche Saint Pierre et Paul wieder, um von dort durch die Altstadt zum Busparkplatz zu laufen. Bei einem gemeinsamen Mittagessen im Restaurant ‚Am Deutschen Weintor‘ konnten die Eindrücke zu den vielen Weingütern in Schweigen, die ihre Weinberge jenseits der Grenze auf französischem Territorium bewirtschaften sowie Fakten über die deutsch-elsässische Vergangenheit näher beleuchtet werden.

Der große Festakt anlässlich des mehr als 40-jährigen Bestehens der Partnerschaft fand am Samstagabend im Dorfgemeinschaftshaus in Herxheimweyher statt. Nach Ankunft der Gäste erfolgte ein musikalisches Ständchen durch die Kolping-Kapelle Herxheim, die beim Besuch in Ilfracombe 2019 mit ‚an Bord‘ war. Die Vorsitzende des Freundschaftskreises, Frau Ariane Ball, hielt eine kurze Begrüßungsrede, gefolgt von Frau BM Hedi Braun, die sich für die Gesamtorganisation des Wochenendes bedankte und dem Gemeinderat in Ilfracombe sowie den anwesenden Gästen ein Geschenk überreichte. Helmut Dudenhöffer stellte für diesen Abend seine Landschaftsfotos aus Ilfracombe zur Verfügung und Tilla Schneider bestückte drei Stellwände mit Fotos und Zeitungsausschnitten von früheren Begegnungen. Nach dem Hauptessen sprachen Tilbert Müller und Kevin Cook über die Anfänge der beidseitigen Schülerbegegnungen, ihre Aufbruchsstimmung in dieser Zeit, den Weg bis zur Beurkundung der Partnerschaft durch die beiden damaligen Bürgermeister. Sie erinnerten mit einigen Anekdoten an frühere Begegnungen und ernteten viel Applaus. Das anschließende gemütlich Beisammensein zog sich bis Mitternacht hin.

Um 12:00 Uhr am Sonntag traf man sich wieder zu einem offiziellen Anlass, der Umwidmung einer englischen Telefonzelle als Bücherschrank. Die englische Telefonzelle war vor vielen Jahren ein Geschenk aus Ilfracombe; zuletzt stand sie im Foyer des Schulzentrums. Sie wurde aufgearbeitet und bestückt mit einem schönen Bücherregal.

Sie stellt nicht zuletzt ein starkes Symbol dieser Partnerschaft dar, sie steht nun mitten im Ort und ist für alle zugängig. Hoffen wir, dass der Büchertausch funktioniert und die ‚alte‘ Telefon-zelle in Ehren gehalten wird.

Im Anschluss stand der Nachmittag zur freien Verfügung. Am Abend dann der traditionelle Wein- und Käseabend des Freundschaftskreises, offen für alle Mitglieder und Interessierte, ebenfalls im Dorfgemeinschaftshaus in Herxheimweyher. Wie immer standen verschiedene Pasteten und Rohmilchkäse sowie Beilagen und Brot auf dem Buffet und jeder konnte sich satt sehen und satt essen. Die angebotenen Weine des Weinguts BUS aus Insheim wurden zu Anfang noch kurz von Inge Eichenlaub und Roy Jenkins vorgestellt.

Zu guter Letzt spielte Danny Baudy mit seiner Gitarre auf und stimmte u.a. einige bekannte pfälzische Lieder an, die zum Mitsingen einluden. Rod Donovan, der in Ilfracombe in einer kleinen Band spielt, beteiligte sich ebenfalls an der Darbietung mit irischen Volksliedern und erfreute damit das Publikum. Beim Schlusslied ‚Nehmt Abschied Brüder‘ – auch mit einer englischen Strophe – standen dann alle auf und nahmen sich bei den Händen, ein ganz emotionaler Moment. John Baddick und Ariane Ball sprachen die Schlussworte und schickten alle mit dem Wunsch auf ein baldiges Wiedersehen nach Hause.

Der Shuttle zum Flughafen Frankfurt verließ Herxheim am Montagmorgen gegen 10:00 Uhr, nicht ohne sich noch einmal in den Armen zu liegen und mit den deutsch-englischen Fähnchen einander zuzuwinken.

 

Ansprache der 1. Vorsitzenden, Fau Ariane Ball, zum Festakt des 40-jährigen Bestehens der Partnerschaft

Liebe Freunde aus Ilfracombe,
liebe Familien aus Herxheim, die mit Ilfracombe und dem Freundschaftskreis verbunden sind,
liebe Vorstandsmitglieder,
sehr geehrte BM Hedi Braun,
sehr geehrte Beigeordnete und Fraktionsvorsitzende,

es ist uns tatsächlich gelungen, euch, liebe Freunde aus Ilfracombe, wieder nach Herxheim zu holen.

Nachdem wir in einer Gemeinschaftsaktion mit Mitgliedern der Kolpingkapelle im April 2019 nach langer Zeit wieder einmal nach Ilfracombe fuhren, wurden wir von euch so herzlich empfangen, dass es eine Freude für uns war, euren Besuch zu planen und die Feier zum 40-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Herxheim und Ilfracombe auszurichten.

Als wir uns damals in Ilfracombe verabschiedeten, dachten wir an ein Wiedersehen in 2020. Leider kam Corona und mit dem Virus viele Einschränkungen und auch Risiken.

Seitdem hat sich die Welt verändert. Wir blicken mit Sorgen gen Osten und fragen uns, was Macht-haber und Regierende dazu treibt, den so schwer erkämpften Frieden in Europa zu sabotieren.
Haben wir nicht schon deutlich gesagt: „Nie wieder Krieg!“ oder Antikriegsslogans gehört wie: „Stellt euch vor, es ist Krieg, und keiner geht hin!“ Nur, das ist nicht die Realität.

 

Dear friends from Ilfracombe,

Dear Herxheim families,

dear committee members,

Dear Mayor Hedi Braun,

Dear aldermen and parliamentary group chairmen,

 

At last we have succeeded in bringing our dear friends from Ilfracombe, back to Herxheim.

When, in April 2019, we visited Ilfracombe, together with members of the Kolping Band we were received so warmly that it was a pleasure for us to plan your visit and to celebrate the 40th anniversary of the twinning between our towns.

When we said goodbye in Ilfracombe, we thought we would be seeing you again in 2020. Unfortunately, the Corona virus brought many restrictions and risks.

Since then the world has changed. We look to the East with concern and ask ourselves what is driving those in power and those in government to sabotage the peace in Europe that people fought so hard for.

Didn’t we say clearly enough: "Never again!" or hear anti-war slogans like: "Imagine, it's war and nobody goes!" But that's not the reality.


So viele Jahre haben Menschen aus ganz Europa an der gegenseitigen Verständigung gearbeitet: seit dem Wiederaufbau Netzwerke aufgebaut, Städtepartnerschaften gegründet, Schüleraustausche durchgeführt, Wirtschaftsbeziehungen gepflegt, kulturelle Unterschiede erfahrbar gemacht…
Wir waren so sehr mit diesen gegenseitigen Beziehungen beschäftigt, dass wir alle vergessen haben, die Ideen und die Motivation für dieses Engagement an die nächste und übernächste Generation weiterzugeben, sozusagen die „Fackel“ weiterzureichen.

Wir fragen uns, wo sind die jungen Leute, die diese Beziehungen weiter pflegen sollen. Wo sind die Jugendlichen und jungen Familien, die die Partnerschaften am Leben erhalten sollen.
Oder gibt es andere Alternativen? Neue Modelle?

 

For so many years, people from all over Europe have been working on mutual understanding. They have built networks, founded town twinning, carried out school exchanges, cultivated economic relationships, helped us understand cultural differences...
We were so busy with these mutual relationships that we all forgot to pass on the ideas and the motivation for this commitment to the next generation and the one after that, to pass on the "torch", so to speak.
We ask ourselves where are the young people who should continue to cultivate these relationships. Where are the young people and young families who are supposed to keep the partnerships alive.
Or are there other alternatives? New models?

 

An diesem Wochenende wird unser bewährtes Modell noch tragen, wir wollten uns treffen, wir wollten gemeinsame Stunden verbringen, wir wollten uns dafür Zeit nehmen.

Deshalb stoßen wir nun auf gemeinsame 40 Jahre an und freuen uns über „alte“ Fotos und „Urkunden“, über diverse Zeitungsartikel und Erlebnisberichte. Tilla hat sich um die Stellwände gekümmert und Tilbert wird im späteren Verlauf (vor dem Dessert) noch einige Erlebnisse aus früheren Jahren schildern.

Ich bedanke mich herzlich bei allen Vorstandsmitgliedern, ich bedanke mich im Besonderen bei John Baddick und Rod Donovan, die die Gruppe in Ilfracombe formiert und zum Begegnungswochenende motiviert haben, ich bedanke mich bei der Ortsgemeinde, die eingeladen hat und bei der Kolpingkapelle, die das Intro gestaltet hat.

Our proven model still works for this weekend. We wanted to meet, we wanted to spend hours together, we wanted to live the partnership. 
That's why we celebrate 40 years of friendship and enjoy looking at "old" photos and "certificates", and at various newspaper articles and other memorabilia. I thank Tilla for arranging the panels and I thank Tilbert, in advance, who will later share some of his memories from earlier visits. 
I would like to thank everyone in Herxheim and those in Ilfracombe, especially John Baddick and Rod Donovan, who made this visit happen. Finally, my thanks go to Hedi Braun for the invitation and the Kolping band.

 

Ansprache der BGM, Frau Braun zum Empfang der Gäste in der Villa Wieser

Liebe Freundinnen und Freunde aus Ilfracombe (Dear guests from Ilfracombe),

liebe Gastgeberinnen und Gastgeber,

es ist mir eine außerordentliche Freude, Sie heute hier zum Festwochenende anlässlich des 40-jährigen Partnerschaftsjubiläums zwischen Ilfracombe und Herxheim begrüßen zu dürfen.

Mit zwei Jahre Verspätung aufgrund der Corona-Pandemie kommen wir nun endlich hier in der Villa Wieser zusammen: better late than never.

Ich heiße Sie ganz herzlich bei uns in Herxheim willkommen.

Schön, dass Sie alle wohlbehalten bei uns angekommen sind und herzlichen Dank, dass Sie die Reise mit Auto und Flugzeug auf sich genommen haben.

Wir wissen es alle, im Hintergrund einer Reise und eines Besuchsprogramms geht auch immer viel Organisation und Vorbereitung vonstatten.

Ich danke dem Freundschaftskreis, der Vorsitzenden Ariane Ball sowie dem gesamten Vorstand für die Organisation der Partnerschaftsbegegnung.

Ein herzlicher Dank geht auch an unsere Gastgeberinnen und Gastgeber, die unsere Freunde aus Ilfracombe aufnehmen und die kommenden Tage ganz der partnerschaftlichen Verbindung widmen.

Sie haben ein abwechslungsreiches Wochenende mit liebevoll ausgewählten Programmpunkten in unserer wunderschönen Region vor sich.

Ich wünsche Ihnen erlebnisreiche und erinnerungswürdige Tage im Zeichen dieser länderübergreifenden Freundschaft.

Nichts ist in diesen Zeiten wichtiger, als Verbindungen zwischen Menschen und zwischen Ländern zu erhalten und den Austausch miteinander zu pflegen.

Mögen unsere Gemeinden sich noch viele weitere Jahre freundschaftlich verbunden sein.

Lassen Sie uns in diesem Sinne anstoßen auf das wunderbare Band der Freundschaft und auf einen schönen Spät-Nachmittag, cheers!

 

 

Ansprache der BGM, Frau Braun zum Festakt des 40-jährigen Bestehens der Partnerschaft

Liebe Freundinnen und Freunde aus Ilfracombe, liebe Gastgeberinnen und Gastgeber, liebe Gäste, lieber Mayor Kit Leck,

es ist mir eine große Ehre, Sie alle zu dem heutigen diesen Festakt zu begrüßen.

Zu diesem Jubiläum überbringe ich Ihnen gerne die herzlichen Grüße des Rates, der Verwaltung und natürlich auch die Grüße der Herxheimer Bürgerinnen und Bürger.

Auch von Bürgermeister a.D. Franz-Ludwig Trauth richte ich Grüße aus. Aufgrund anderer Termine kann er an den Feierlichkeiten nicht teilnehmen.

40 Jahre Freundschaft zwischen Ilfracombe und Herxheim – das ist wirklich etwas Besonderes.

Gemeinsam etwas über die Landesgrenzen hinweg tun und sich mit anderen Ländern, Kulturen, Bräuchen, Sprachen beschäftigen, das ist und bleibt ein ganz wichtiges Unterfangen.

Damit dies zustande kommt, braucht es Vermittler und einen geeigneten Rahmen.

Tilbert Müller wird uns noch über die Ursprünge der Verbindung zwischen Ilfracombe und Herxheim berichten.

Ich möchte allen Beteiligten meinen Dank und meinen Respekt dafür aussprechen, dass Sie damals die Partnerschaft angebahnt und sie vor allem über die Jahre hinweg gepflegt haben.

Mir liegt es sehr am Herzen, dass diese wertvolle Arbeit auch in der Zukunft weitergeführt wird.

Daher danke ich dem Verein St. Apollinaire/Ilfracombe für das Jahrzehnte andauernde großartige Engagement.

Der Anlass aufgrund dessen wir heute zusammenkommen ist wunderbar.

Wir feiern, dass eine Partnerschaft Aktivitäten und Begegnungen ermöglicht, die viele Menschen zusammenführt.

Menschen, die Erinnerungen verbindet und die sich auf einer persönlichen Ebene kennengelernt haben.

Auch ich war in meiner Schulzeit in einem Schüleraustausch zwischen der Realschule und Ilfracombe eingebunden. Eine tolle Zeit.

Zwischen Herxheim und Ilfracombe ist ein Band der Freundschaft gewebt worden, von dem ich mir erhoffe, dass es noch viele Jahre Bestand haben wird, und an dem weiter angeknüpft werden kann.

Dies ist in der Zeit, in der wir heute hier zusammengekommen sind, von großer Bedeutung.

Wir haben gerade in der jüngsten Vergangenheit viele Ereignisse erlebt, die Menschen voneinander trennen.

Allen voran der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, der ein friedliches demokratisches Europa erschüttert hat.

Umso wichtiger ist es, dass wir an Aktivitäten wie Gemeindepartnerschaften festhalten.

Gemeindepartnerschaften sind gelebte Demokratie, sie beruhen auf der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.

In einer Partnerschaft reichen sich Gemeinden über Ländergrenzen hinweg die Hände.

Sie geben Frieden und Völkerverständnis ein persönliches Gesicht.

„No man is an island“ schrieb der englische Dichter John Donne im 17. Jahrhundert,

zu Deutsch: „Niemand ist eine Insel“.

Und ich lese diese Zeile in dem Sinne, dass Menschen immer Teil einer Gemeinschaft, der Gesellschaft, der Menschheit sind, die Verbindungen zu anderen knüpfen und andere beeinflussen.

Das kann mitunter auch eher unbewusst ablaufen.

Ich glaube, so ist das auch bei einer Partnerschaft zwischen Gemeinden der Fall, in der die Bürgerinnen und Bürger zu Botschaftern werden, die länderübergreifende Kontakte knüpfen.

Vielfältiger Erfahrungsaustausch und vor allem die zahlreichen Besuche in Gastfamilien tragen dazu bei, den Alltag im anderen Land aus nächster Nähe kennen zu lernen und zu verstehen, was die Menschen bewegt, was ihnen Sorgen bereitet aber auch was ihnen Freude macht.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass man im Kleinen oder sagen wir an der Basis den Werten folgen sollte, die man sich auch im Großen zu sehen wünscht.

Daher halte ich eine Partnerschaft zwischen Gemeinden für ein gutes Vorbild für die Politik.

Somit hoffe ich, dass wir auch noch in vielen Jahre hier zusammenkommen werden und sich im Rahmen der Verbindung Ilfracombe – Herxheim Begegnungen ergeben, die Spaß machen, zum Nachdenken anregen und viele Freundschaften entstehen.

Zum Abschluss möchte ich mit Lessing einen deutschen Dichter und Denker zitieren: „Die edelste Beschäftigung des Menschen ist der Mensch.“

In diesem Sinne wünsche ich uns feierliche aber auch vergnügliche Stunden zu Ehren dieses schönen Jubiläums.

 

40 Jahre Partnerschaft: "Visionen und Erinnerungen" zusammengestellt von Herrn Tilbert Müller

Liebe Freunde aus Ilfracombe,

Liebe Hedi Braun, liebe Ariane,

liebe Herxheimerinnen und Herxheimer.

Ich denke es ist heute an der Zeit zurückzublicken auf unsere gemeinsamen Jahre mit dieser Partnerschaft, auch weil wir heute noch nicht sagen können, ob und wann wir uns aus einem solchen Anlass wiedersehen werden. Es ist mir eine große Ehre, dies heute Abend mit euch zu tun und ich bin sehr froh es mit meinem Freund Kevin Cook zu tun.

Im Jahr 1965 hatte die Queen mit ihrem ersten Besuch nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland die Grundlagen geschaffen für freundschaftliche Beziehungen zwischen unseren Ländern. Es gab erste Partnerschaften.

In unserer Region waren  Kandel mit Whitworth 1966 und Neustadt mit Lincoln 1970, die Vorreiter.

Als dann Kevin Cook und Michael Peters bereits 1972 den ersten Schritt machten und den Schüleraustausch zwischen der Hauptschule und der Ilfracombe School begründeten, hatten sie nicht die Vision, dass wir 50 Jahre später hier sitzen würden und uns daran erinnern.

1976 traf ich erstmals Mike Edmunds in Herxheim. Er war die Schlüsselfigur dieser Partnerschaft, weil er alle Stränge repräsentierte:                                                            Er war im Gemeinderat, er war Mitglied im Schulvorstand, der Repräsentant für die Jugendarbeit  und im Vorstand des Fußballclubs. Und er konnte Menschen für unsere gemeinsame Idee gewinnen. Wir beide dachten positiv aber niemals an eine 40-jährige Erfolgsgeschichte. Der Gemeinderat in Herxheim sah zu der Zeit die große Entfernung und die in ihren Augen sehr unterschiedlichen Kulturen noch als hohe Hindernisse für eine Partnerschaft.

Selbst als wir die Partnerschaften besiegelten, dachten Elmar Weiller und Geoff Crowe, die Gründungsbürgermeister,  im Hier und Jetzt. Sie ließen sich darauf ein, schufen eine solide gemeinsame Basis und vertrauten den Menschen in ihren Gemeinden.

Es war spontane Euphorie, Leidenschaft und das Wollen, das uns damals antrieb.

Menschen zusammen zu bringen und Freundschaften zu begründen. Das war unsere gemeinsame Vision

Die Freundschaften von euch, die ihr heute hier seid und derer, die nicht oder nicht mehr hier sein können, haben diese Vision zu einer sehr positiven Wirklichkeit werden lassen.

Um das zu erreichen und zu organisieren gründeten wir zunächst Freundschaftskreise: In Ilfracombe am 29. November und in Herxheim am 10. Dezember 1979.

Robert Zotz, Almuth Doleschal, Alois Dümler, Ariane Ball und ich waren bis heute Vorsitzende in Herxheim.

Mike Edmunds, Kim Warwick, Steve Mannering, Rod Donovan und Mike Thomas in Ilfracombe. Und es ist eine große Freude, dass sieben von uns heute hier sind.  Mit unseren tollen Teams förderten und unterstützten wir die Partnerschaft in diesen 40 Jahren. Danke euch allen.

An Pfingsten am 23. Mai 1980 besiegelten wir unsere Partnerschaft in Ilfracombe  und am 17. Okt. 1980 in Herxheim. Heute feiern wir den 40. Jahrestag dieses 17. Oktobers 1980

                                                                                 

Die Partnerschaft zwischen Herxheim und Ilfracombe hatte und hat für mich noch immer drei zentrale Säulen: die Jugend, die Vereine und die Symbole.

Säule 1: Die Jugend

Seit 1970 gibt es die Hauptschule. Von da an lernten alle Schülerinnen und Schüler in Herxheim Englisch. Die digitale Welt gab es noch nicht und so wuchs der Wunsch neben der Sprache den Schülerinnen und Schüler auch die „native speaker“, ihr Land und ihre Kultur nahezubringen. Diese Möglichkeit bot der Schüleraustausch und unser Austausch war einer der ersten mit England. In den Anfangsjahren fanden jährlich zwei Begegnungen statt, im Februar und im Oktober, das erweiterten wir auf 2 Jahre und irgendwann war auch die Realschule mit im Boot. Ilfracombe oder Herxheim zu besuchen dauerte damals noch 22 Stunden. Dennoch wurde es eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Von 1974 bis 2008 nahmen etwa 700 Schülerinnen und Schüler der neunten Schuljahre aus Ilfracombe und Herxheim daran teil. Gelegentlich waren auch Abiturienten für Arbeitspraktika mit dabei. Ich erinnere mich an Toby Stokes (E+P-Sport) und Vicky Barrington (Drogeriemarkt). Alle hatten danach einen veränderten Blick. Sie kamen weltoffener und toleranter zurück und viele erzählen bis heute davon.

Ohne den Schüleraustausch hätte es keine Partnerschaft gegeben. Die Tatsache, dass eine ganze Jugendgeneration unserer Gemeinden sich bereits kennengelernt hatte, war das stärkste Argument dafür. Dass dies möglich wurde, engagierten sich viele Lehrerinnen und Lehrer. Stellvertretend darf ich Armin Geyer, Helmut Dudenhöffer und Cornelia Kliebe nennen und auf englischer Seite Kevin Cook und Sheila McBride, auch stellvertretende Vorsitzende des ersten Vorstandes der Twinning Association.

Michael Baddick war bei den ersten Austauschbegegnung 1974 mit dabei, John und Colin 1975/76. Sie blieben der Partnerschaft verbunden und sind heute hier. Mit seiner Facebook Initiative „Ilfracombe and Herxheim Twinning Friends“, hat John viele Erinnerungen wach gehalten und so auch die Partnerschaft über Jahre gestützt. Thank you John, danke an euch drei.

Auch wenn es den Schüleraustausch aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr gibt, so war er für das heutige Pamina-Schulzentrum der Ursprung seiner internationalen Identität und Weltoffenheit. Alle folgenden Comenius-Projekte und das Label Unesco-Projektschule gingen letztendlich daraus hervor.

Helmut Dudenhöffer, der Vorsitzende des Vereins Jugendzentrum Herxheim und ich als Vertreter des Gemeinderates im Beirat Jugendzentrum, begründeten zusammen mit Steve Keable vom Youthcenter Ebberley-House und Mike Edmunds  die „Jugendbegegnung Herxheim-Ilfracombe“. Es fanden mehrere Fahrten statt, die etwa 80 Jugendliche zusammen führten.

Säule 2: Vereine und Gruppen

Viele Vereine haben sich in den Dienst der Partnerschaft gestellt. Gemeinsame Interessen und gemeinsame Hobbies haben die Sprachbarrieren kleiner werden lassen. Ich möchte heute die Organisationen nennen, die durch Begegnungen unsere Partnerschaft bereichert haben, so wie die Kolpingskapelle auch heute Abend wieder.

Ein besonderes Dankeschön an:

  • Our Badmintonclubs
  • CV Narhalla, (Carnival Club)  
  • Fanfarenzug            -  Corps of drums
  • Freunde der Malerei – Ilfracombe Painting Society
  • Freundschaftskreis  - Twinning Association
  • Gesangverein Eintracht Hayna  -  The Hearts of Oak Singers, The Male Voice Choir
  • Verein Jugendzentrum – Ebberley House Youthcenter
  • Original Herxheimer Blasmusik, Kolpingskapelle, Kultuskapelle Hayna,  Band Parcel of Rogues (spielten bei unserer 1225-Jahr-Feier)
  • Schachclub Herxheim   
  • Trachtengruppe  Herxheim - The Red Petticoats and  Muddiford Morris Men
  • Viktoria Herxheim Fußballverein - Ilfracombe Football Club

In besonderer Erinnerung habe ich das 10-jährige Jubiläum in Herxheim.  Vom 26. bis zum 30. Oktober 1990 hatten wir 120 Gäste. Drei Busse brachten die Mitglieder des Corps of Drums, des Male Voice Choir, der Twinning Association und die Officials. Zeitgleich fand eine Schüleraustauschbegegnung statt.

Gleichermaßen in Erinnerung blieb aber auch das Jahr 1986. Ein schlechter Urlaubssommer in Ilfracombe und eine Krise des englischen Pfundes waren Gründe, dass es so wenige Interessenten gab, dass der Besuch des Freundschaftskreises und der Schüleraustausch abgesagt werden mussten. Dennoch gab es einige private Besuche.

Säule 3: Symbole der Partnerschaft

Wenn Partnerschaft älter wird und die Menschen älter werden, die sie leben, dann braucht es mehr und mehr Symbole, die über Generationen hinweg daran erinnern und mahnen, die zum Fragen anregen und die das Vergessen verhindern.

  • Zeder im Runnymede Gardens, near the Bandstand   (Jugendbegegnung Oktber 1981)
  • Ortsschilder in Ilfracombe
  • Stelen in unserer Ortsmitte, die seit 1994 an alle Herxheimer Partnerschaften erinnern
  • Die englische Telefonzelle

Da sie an diesem Wochenende eine besondere Rolle spielt, möchte ich ein wenig ausführlicher auf ihre Geschichte eingehen

  • Sie ist ein Geschenk von Bürgermeister Mike Edmunds zum 5-jährigen Jubiläum am 11. Oktober 1985.
  • Sie stand jahrzehntelang in der Kreisstadt Barnstaple in Dienst, wurde von unseren Freunden in Ilfracombe restauriert. Das gestaltete sich sehr zeitaufwändig weil Ersatzscheiben nur schwer zu bekommen waren.
  • Ich habe zwei Jahre dafür gebraucht sie als „deutsche Telefonzelle“ in Dienst nehmen zu dürfen. Letztendlich kam nach einem  Schreiben an den damaligen Postminister Schwarz-Schilling die Genehmigung.
  • Am 3.November 1988 konnten wir sie in Herxheim im Bauhof entladen. Den Transport hatte die Küchenfabrik Lanzet für uns organisiert und übernommen.
  • Im Juni 1989 wurde sie im Dorfzentrum vor der alten Sparkasse in Dienst genommen, als einzige Telefonzelle im Ort, die auch angewählt werden konnte mit der Nummer  8068
  • Am 7.Oktober 1989 wurde sie, im Beisein von 30 Freunden aus Ilfracombe, offiziell übergeben. Bürgermeister Keith Brown rief Alois Dümler, Ortsbeigeordneter zu der Zeit um 11 Uhr an. Mike Thomas, secretary der Twinning Association, der Teilnehmer der Besuchergruppe war, brachte einen Toast aus und wünschte der Telefonzelle ein langes Leben.
  • Das lange Leben an diesem Standort erfüllte sich nicht. Die Menschen gingen nicht sehr pfleglich mit ihr um. Sie wurde abgebaut und stand einige Jahre im Bauhof
  • Im Schuljahr 1998/99 restaurierte eine Schüler-Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Lehrer Robert Theobald, unterstützt von der Lackiererei Renner die Telefonzelle, die dann zu Beginn des Schuljahres 1999/2000 ihren neuen Standort im Foyer des Pamina Schulzentrums fand.
  • Ab morgen wird sie nun als öffentlicher Bücherschrank wieder in das Herz der Gemeinde, unmittelbar vor der Villa Wieser zurückkehren.

Darüber freue ich mich sehr, ist sie doch, wenn auch in anderer Nutzung, das selbstverständlichste und stärkste Symbol unserer englischen Partnerschaft. Ich wünsche uns allen, dass die Menschen dieses Mal sorgsamer mit ihr umgehen

Liebe Freunde,  

Unsere Partnerschaft ist älter geworden und es sind in all den Jahrzehnten Menschen von uns gegangen, die diese Partnerschaft mitgestaltet und mitgeprägt haben. Sie, die wir jetzt vor Augen haben, haben uns vor Augen geführt, dass Partnerschaft farbig und fröhlich sein kann aber auch leidvoll. Ich habe das erstmals 1993 erfahren, vor fast 30 Jahren, als Paul Claydon, ein guter Freund und Kollege und Mitgestalter der Badmintonbegnungen zwischen Ilfracombe und Herxheim plötzlich verstarb.

Geoff Crowe und Elmar Weiller, die ich stellvertretend namentlich nennen möchte und all die anderen würden es wollen, dass wir heute unserer Trauer Ausdruck geben, Ihnen aber auch in dankbarer Erinnerung an schöne, gemeinsame Erlebnisse gedenken.

Ich darf Sie nun bitten sich zu erheben und Ihnen in Stille zu gedenken.

Elmar Weiller hat vor vielen Jahren diese Sätze gesagt: „Die Partnerschaft zwischen Ilfracombe und Herxheim ist nicht nur durch den Willen der Gemeinden entstanden, sondern durch die Herzlichkeit der menschlichen Beziehungen zueinander. Wir haben ein Stück Heimat dazugewonnen.“ Und Geoff Crowe sprach immer wieder von der „Big Family“.

Diese Sätze beschreiben auch noch heute sehr treffend den Kern unserer Partnerschaft. Wir spüren die aktuellen Krisen und Konflikte in der Welt und den Krieg hautnah und können nur erahnen, wie sich Europa, wie sich die Welt verändern wird und wie eine neue Weltordnung künftig aussehen könnte.

Es tut gut zu wissen, es gibt Freunde über die Grenzen hinweg.

Lang lebe unsere Partnerschaft, lebenslang unsere Freundschaft.

Dankeschön.

 

 

Veranstaltungsort

Veranstaltungsort:
Dorfgemeinschaftshaus Herxheimweyher

Beschreibung

Zur Zeit keine Beschreibung verfübar